Robotik trifft Kultur

Unter dem Motto „Robots Meet Culture“ steht die WRO-Saison 2026 ganz im Zeichen der Frage, wie moderne Technologien Kunst und Kultur bereichern können. In der Wettbewerbskategorie Future Innovators entwickeln die Teams eigene technische Lösungen, die kulturelles Erbe bewahren, den Zugang zu Wissen erleichtern oder neue Formen des Erlebens schaffen.

Für das Team Curiositum war schnell klar, dass ihr Projekt mehr sein sollte als ein klassischer Roboter, der Gegenstände transportiert oder sortiert. Im Mittelpunkt stand die Idee, Technik sinnvoll für den Erhalt von Wissen einzusetzen.

So entstand Tommy – ein automatisierter Informations- und Scanroboter. Er digitalisiert Museumsobjekte, erstellt daraus digitale Zwillinge und macht ergänzende Informationen für Besucherinnen und Besucher interaktiv verfügbar. Damit eröffnet das System neue Möglichkeiten, Sammlungen nicht nur vor Ort, sondern auch digital zugänglich zu machen.

„ Mich hat gereizt, dass wir nicht einfach einen Roboter bauen, der etwas bewegt oder sortiert. Wir wollten zeigen, dass Robotik auch dabei helfen kann, Kultur und Wissen zu erhalten und für andere zugänglich zu machen “

Karsten

Der Weg zur fertigen Idee

Bis aus der ersten Skizze ein funktionierendes Gesamtkonzept wurde, vergingen viele Monate intensiver Arbeit. In der MINT-AG wurde programmiert, konstruiert, getestet und immer wieder verbessert. Manche Ansätze erwiesen sich als Sackgasse, andere mussten mehrfach überarbeitet werden, bevor sie funktionierten.

Gerade diese Erfahrungen machten das Projekt so wertvoll. Denn technische Innovation entsteht selten geradlinig – sie lebt vom Ausprobieren, vom Hinterfragen und von der Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen.

Begleitet wurde das Team von Lehrer Sebastian Bongarz, der die MINT-Arbeit seit vielen Jahren engagiert begleitet.

„Mich beeindruckt vor allem, wie hartnäckig die drei geblieben sind. Gute Ideen entstehen selten auf Anhieb. Sie haben immer wieder weitergedacht, ausprobiert und Probleme gelöst. Genau das hat dieses Projekt so besonders gemacht“, sagt Bongarz.

 

Erfolgreich beim Deutschlandfinale

Mehr als 1.100 Teams gingen in der WRO-Saison 2026 deutschlandweit an den Start. Für das Finale in Trier qualifizierten sich schließlich 130 Teams, darunter 24 Projekte in der Kategorie Future Innovators.

Karsten, Mateo und Lucas präsentierten dort ihre Entwicklung gleich mehreren Fachjurys. Neben der technischen Umsetzung erläuterten sie die Idee hinter ihrem Projekt und beantworteten zahlreiche Fragen zu Konzept, Programmierung und Anwendung.

Am Ende erreichte das Team einen hervorragenden 8. Platz. Noch wichtiger war jedoch die Nachricht, die kurz darauf folgte: Durch die Vergabe eines internationalen Startplatzes qualifizierte sich Curiositum für die Open Championship Americas in Kalifornien.

 

Lernen, das weit über den Unterricht hinausgeht

Mit der Teilnahme in den USA wird aus einem Projekt der MINT-AG eine internationale Erfahrung. Was als Idee auf Spiekeroog begann, wird nun auf einer weltweiten Bühne vorgestellt.

Für uns am Lietz ist dieser Erfolg weit mehr als eine gute Platzierung bei einem Wettbewerb. Er zeigt, was entstehen kann, wenn junge Menschen Zeit bekommen, eigene Ideen zu entwickeln, Verantwortung zu übernehmen und Herausforderungen gemeinsam zu meistern.

Neugier, Ausdauer, Kreativität und Teamgeist lassen sich nicht auswendig lernen – sie wachsen dort, wo Schülerinnen und Schüler selbst gestalten dürfen.