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    Nach der Mittleren Reife zum Abitur - 20 Jahre Sozialwissenschaftliches Gymnasium in Königsfeld

    Kaum etwas verändert sich so stark wie die heutige Bildungslandschaft. Immer wieder entstehen neue Schularten, Bewährtes entwickelt sich weiter. Zu den Erfolgsgeschichten im Schulwesen gehört das Sozialwissenschaftliche Gymnasium (SG), ein vergleichsweise junger Zweig der beruflichen Gymnasien, bei dem die Zinzendorfschulen zusammen mit landesweit nur drei weiteren Schulen die Vorreiterrolle übernommen hat.
    Das Königsfelder Schulwerk ist vor 20 Jahren mutig diesen Schritt gegangen und der Erfolg hat ihm schon bald Recht gegeben. „Wir haben mit wenigen Schülern angefangen", erinnert sich Maria Schoo-Schemmann, die fast von Anfang an dabei ist und das SG koordiniert. „Im dritten Jahr stieg die Schülerzahl plötzlich enorm an und im vierten waren wir dreizügig."

    Mit dem Sozialwissenschaftlichen Gymnasium, das damals noch als Sozialpädagogisches Gymnasium firmierte, wurde die Lücke zwischen dem Wirtschafts-, dem Technischen und dem Ernährungswissenschaftlichen Gymnasium geschlossen.
    Im Unterschied zum allgemeinbildenden Gymnasium wird das Profilfach Pädagogik/Psychologie in sechs bis sieben Wochenstunden unterrichtet, ein weiteres Fach ist heute Sozialmanagement, in dem es etwa um Themen wie Fundraising, Finanzierung von Sozialprojekten bis zum Marketing und der Leitung geht. „Da machen wir unter anderem Exkursionen in gemeinnützige Einrichtungen wie das Trossinger Nudelhaus oder das Gebrauchtwaren-Kaufhaus Jumbo in Villingen", so die Lehrerin.
    Die Schüler, die an einer Berufsfachschule, der Realschule, Werkrealschule oder auch dem allgemeinbildenden Gymnasium die Mittlere Reife abgelegt haben, wollen noch einmal neu durchstarten. Sie sind sehr individuell und kritisch, „für viele ist es ein kompletter Neuanfang", konnte Schoo-Schemmann beobachten.
    Durch gezielten Unterricht von wissenschaftlichen Methoden werden die Schülerinnen und Schüler des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums besonders gut auf selbstständiges Arbeiten vorbereitet, wie es an den Universitäten zwingend erforderlich, aber auch in den meisten nichtakademischen Berufen von Vorteil ist. Eine Methode dabei ist das Lernen nach dem Dalton-Plan. Diese Unterrichtsart wurde im vergangenen Schuljahr am SG und am Wirtschaftswissenschaftlichen Gymnasium der Zinzendorfschulen eingeführt. Für die Klassen 11 und 12 ist täglich die zweite Stunde eine Dalton-Stunde. In dieser Zeit können sie Unterrichtsfach und Lehrer selbst wählen. Sie müssen wöchentlich ein vordefiniertes Lernpensum in den Profilfächern sowie in Mathematik, Deutsch, Englisch und Spanisch zu bearbeiten. Das Tempo und die Vorgehensweise bleibt den Schülern innerhalb des gesteckten Rahmens selbst überlassen, so dass sie sich gezielt dort Hilfe holen, wo sie sie brauchen. „Hier kann man sehr gut beobachten, dass sich die Schüler gegenseitig helfen und Verantwortung übernehmen", so Michael Sauer. Der Lehrer, der selbst am Sozialwissenschaftlichen Gymnasium der Zinzendorfschulen sein Abitur abgelegt hat, sieht im Dalton-Plan den Vorteil, dass Schüler ihre eigenen Stärken und Schwächen besser einschätzen können.
    Sowohl Maria Schoo-Schemmann als auch Michael Sauer sind sich einig, dass die Ansprüche am Sozialwissenschaftlichen Gymnasium in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind – weshalb die Umbenennung des ehemals Sozialpädagogischen Gymnasiums nur konsequent war.

    Weitere Informationen über unser breites schulisches Angebot erhalten Sie auf unserer Homepage www.zinzendorfschulen.de

    BU zu SG.jpg: Workshops zu sozialen Projekten gehören am SG zum Unterricht. Hier lernen die Schülerinnen, wie ein Rollstuhl zusammengesetzt wird. Um sich besser in die Situation von Rollstuhlfahrern einfinden zu können, sind sie später damit selbst gefahren.